EINGANGS       HISTORIE       WEG I.       WEG II.       WEG FÜR BEHINDERTE       FOTOS       INDEX

 

Historie des Klosters

Das Benediktinerkloster Kladruby entstand in der von den Slaven nur dünn bewohnten Landschaft im Jahre 1115. Sein Gründer, Fürst Vladislav I. rüstete das Kloster mit grobem Besitz aus, vor allem in Westböhmen, aber auch in anderen Teilen des Landes. Den ersten Mönchen schließ sich bald die Mission aus dem unweiten Zwiefalten an, mit dem dann die Beziehungen auch später gepflegt wurden, als die Tschechen wieder ihre Übermacht in Kladruby erwarben. Das Kloster war oft der Ort, wo sich einige Diplomatiehandlungen abspielten, z. B. im Jahre 1219 traf sich hier der böhmische König Pøemysl I. mit den Kuriendelegaten.

 Die ursprünglich romanische Kirche wurde mit der Ausnutzung gotischer Elemente umgebaut und in 1233 eingeweiht. Dieser Feier wurde auch der König Václav I. anwesend. In dieser Zeit, also um Jahre 1233, entstand vor dem Kloster, vermutlich am heutigen Friedhof, das Dorf Kladruby. Der Klosterbesitz wurde in dieser Epoche dauernd erweitert und in die Nähe vom Kloster konzentriert, u. a. dank dem Abt Reiner (1233 - 1275). Neue Privilegien, neue Wirtschaftsmethoden und der Aufschwung des Dorfs Kladruby, das in dieser Zeit zur Stadt wurde, das alles half dem Macht- und Bedeutungaufstieg des Klosters in der zweiten Hälfte des 14. Jhs. Der Abt von Kladruby hatte damals 128 Dörfer unter der Verwaltung der Propsteien in Kladruby, Touškov und Pøeštice. Mehrmals war in Kladruby auch der Kaiser Karel IV. zu Besuch.

Bald wurde aber Kladruby ein Schnittpunkt, wo sich die Interessen der höchsten Würdenträger des Landes kreuzten. Es war so intensiv, dass selbst die Stellung des Klosters bedroht war. Der König Václav IV. wollte einen seiner gröbten Gegner, den Abt Jan von Jenštejn, abschwachen. Er wollte ein neues Bistum gründen, das den Besitz des Klosters bekommen sollte. Die Gegner des Königs wählten aber gleich nach dem Tod des Kladruber Abts Racek einen neuen Abt, der auch von dem Vikar Jan von Pomuk bestätigt wurde. Wegen dieser scharfen politischen Verwicklung wurde der Erzbischof verbannt und Jan von Pomuk  gefoltert und schließlich in die Moldau geworfen. Die Zeit der Hussitenrevolution bedeutete für das Kloster zuerst nur Besitzverluste, als das Kloster dem Kaiser Finanzhilfe bieten musste. Im Jahre 1421 wurde dann das Kloster von Jan Žižka erobert und die Mönche entflohen mit den wertvollsten Gegenständen nach Regensburg. Die Benediktiner von Kladruby flohen noch mehrmals, kamen aber immer wieder zurück. Der Adel aus der Umgebung beschlagnahmte damals die Liegenschaften, die dem Kloster gehörten und erst am Ende des 15. Jhs wurde das Verpfänden, Verkaufen und auch die Verwüstung des Klosterbesitzes beendet.

 Die Lage besserte sich nur langsam. Am Ende des 15. Jhs. begann die Wirtschaft ein wenig aufzublühen. Man entdeckte und öfnette einige Gruben, auch mit der Teichwirtschaft wurde begonnen und die Städtchen Kladruby und Touškov waren wieder in Entwicklung. Der Aufchwung des Klosters, der sich auch durch die Ausbesserung der Marienkirche äuberte (die Kirche wurde 1504 wieder eingesegnet), hatte aber nicht langes Dauern. Die Stellung des Klosters war immer nicht standfest und die Äbte konnten nicht der Menge von ungünstigen Gegebenheiten trotzen. Der grobe Brand im Jahre 1590, bei dem alle Klostergebäude zugrundegingen, aber auch frühzeitige Abdikationen der Äbte und dauerhafte innere Streiten hatten zur Folge, dass das 16. Jh. fürs Kloster keine idylische Epoche war.

 Der dreibigjährige Krieg bedeutete mehrfaches Erobern und Berauben des Klosters sowie der Stadt von beiden Kriegsseiten. In der Zeit der Konjunktur nach dem Krieg verbesserte das Kloster wieder seine Lage (in der Hälfte des 17. Jhs gehörten ihm 2 Städtchen und 128 Dörfer) und so konnte 1653 eine ausgedehnte Renovierung der Klostergebäude zustandekommen. Dabei wurde auch das Grab von dem Fürsten Vladislav I. geöffnet und seine sterblichen Überreste wurden ins Kreuzschiff zum Altar übertragen. Aus ihm wurden sie wieder im J. 1728 herausgenommen und wieder zum Hauptaltar gegeben. Im Jahre 1670 hat man den groben Umbau der Klostergebäude beendet, in den Jahren 1664 bis 1670 wurde die Alte Prälatur gebaut. Seit 1658 wurde das Kloster zu einem Wallfahrtsort. Das Ende des 17. und die erste Hälfte des 18. Jhs bedeuteten dann den Höhepunkt in der Geschichte des Kladrauer Klosters, das sich damals in die Historie der böhmischen Architektur ind ins Bild der Landschaft für alle Ewigkeit einschrieb. Diese Zeit bedeutet aber auch den Eintritt in die letzte Epoche, in die Epoche der letzten, sogenannten groben Äbte und Erbauer des Klosters: Maurus Fintzgut, Josef Sieber und Amando Streer. Mit dem Wiedererwerben des Gutes in Pøeštice im J. 1705 und auch dank einiger Ankäufe wurde die Erneuerung des Klosters beendet. Im J. 1712 begann der hervorragende Barockbaumeister Jan Blažej Santini Aichl mit dem groben Umbau des Doms, der bis 1726 dauerte. In Kladruby sehen wir den Höhepunkt des architektonischen Stils, der „Barock-Gotik“ heibt und den v. a. Santini repräsentiert.

 Der Mariendom, die drittgröbte Kirche in Böhmen, wurde im Jahre 1726 fertiggebaut und eingesegnet. Der Bau ging gleich  weiter. Es wurden noch der neue Konvent und die neue Prälatur gebaut, deren Umgestaltung wahrscheinlich Killian Ignatz Dienzenhofer übernahm. In 1739 wurden 2 Flügel des Konvents gebaut - der nördliche und der südliche - und in den Konvent wurden die Mönche eingeführt. Das Ganze wurde im Jahre 1770 beendet. Die Tätigkeit der genannten „groben Äbten“ war aber auch woanders zu sehen. Sie stabilisierten die Verhältnisse auf den Klostergütern und dabei auch obrigkeitliches Unternehmen trieben, es gelang ihnen Ordnung und Disziplin im Kloster zu festen, Klosterbibliothek zu schaffen und auch das Prestige des Klosters durch den Einkauf der übersterblichen Reste von Heiligen zu erhöhen.

 In dieser Zeit begann aber schon die Aufklärungszeit und der Staat griff in die Klosterangelegenheiten immer häufiger ein. Es wurden viele Klöster geschlossen und ganze Orden aufgelöst. Diesen Schritt machte im Kloster Kladruby der Kaiser Josef II. in 1785, 2 Jahre nach dem Tod des Abts Amandus Streer, der keinen Nachfolger mehr hatte. Der Klosterbesitz wurde ausverkauft, die Mönche trennten sich und der Grobgrundbesitz - 38 Dörfer, 15 Meierhöfe und 9 Mühlen - wurde vom damaligen Religionsfonds verwaltet. Die Gebäude dienten seit dem Jahre 1798 als Soldatenspital, im J. 1800 wurde hier das Heer untergebracht, danach war hier wieder ein Lazaret, dann nochmal Kasernen und seit 1818 ein Invalidenhaus.

 Im 1825 kaufte das Kloster in einer Auktion der österreichische Feldmarschall, Fürst Alfréd von Windischgrätz. Alles samt des Grobgrundbesitzes kaufte er für 275 500 Goldstücke. Er bezahlte aber kaum die Hälfte, der Rest wurde ihm dank seiner Verdienste um die österreichische Monarchie verziehen. Dieses Verdienst zeigte Windischgrätz v. a. im J. 1848 durch sein kompromibloses Handeln gegen die Prager, Wiener und auch die ungarischen Aufständischen. Die Windischgrätzs kümmerten sich um Kladruby leider nicht viel, ihre Hauptsiedlung war das unweite Tachov. Im Jahre 1864 errichteten sie im Konvent sogar eine Brauerei und den Mariendom lieben sie seinem Schicksaal. Die Lage veränderte sich im J. 1918, als der Hauptzweig des Windischgrätzgeschlechts ausstarb und wegen der Bodenreform die Windischgrätzs Tachov verloren. Der neue Besitzer, Ludwig Aladar von Windischgrätz zog nach Kladruby um und konzentrierte hier eine umfangreiche Bibliothek sowie das Familienarchiv. Den Windischgrätzs gehörte Kladruby bis J. 1945, dann kam es in den Staatsbesitz über.

 Im Jahre 1945 verlief die Besitzbeschlagnahme aufgrund der Präsidentendekrette. Der beschlagnahmte Besitz stand Tschechoslowakischen Staatsgütern und Staatswäldern zur Verfügung. Seit 1946 wurde über die Zuteilung des Klosterbesitzes dem Benediktinerorden entschieden, es wurde sogar ein Zuteilungsdekrett herausgegeben, jedoch die Benediktiner übernahmen das Kloster nicht. Nach 1960 entstand ein neuer Staatsguts-Direktorat direkt hier in Kladruby im Klosterareal und das Verfallen des Klosters fuhr fort. Erst im Jahr 1967 wurde das Kladrauer Kloster von dem Denkmalamt in Pilsen übernommen und das Kloster begann den Besuchern als Denkmal zu dienen. Seit den 70. Jahren verlaufen hier ausgedehnte Erneuerungen und Renovierungen, am stärksten seit 1989 dank grober Finanzhilfe vom Staat und anderen Organisationen, z. B. dem Phare-Programm im Rahmen der Europäischen Union usw.

 

Besichtigungsweg für Behinderte

I. Die Klosterkirche der Himmelfahrt Mariä

Die ursprüngliche Kirche war eine romanische Basilika mit 3 Schiffen, 3 Apsiden und 2 viereckigen Türmen an den Seiten. Mit ihrer Länge 86 m war sie die längste und größte Basilika in ganz Böhmen.

Das heutige Aussehen der Kirche entstand in den Jahren 1713 - 1726. In dieser Zeit wurde der Dom von Jan Blažej Santini Aichel umgebaut. Er lieb nur die Außenwände, trug die Seitentürme ab und verkürzte das Hauptsschiff an der Westseite um 4 m - so kam die Kuppel in die Mittellinie. Die Kirche wurde in der Farbe des goldenen Ockers ausgemalt. Der gröbte Eingriff von Santini war die Erweiterung des Querschiffs und der Bau der Kuppel mit der Laterne, die das Licht durch ein Loch im oberen Teil der Kuppel hereinläßt. Die Kuppel ist innen 39 m hoch. Santini baute in der Barockzeit, benutzte aber oft gotische Motive, wie zum Beispiel spitzige Fenster oder Fialen. Fiale ist ein kleines Türmchen, beendet durch eine Blume meistens mit 4 Blättern. Das ornamentale Netz der Gewölbespannen enthält auch spätgotische Motive. Die Vorlagen sind aber nicht zufällig, sondern sie hängen mit dem Kloster zusammen. So stellte Santini neue Stilkombination her, die Barockgotik genannt wird. Diesen Stil finden wir nur in Böhmen, in anderen europäischen Ländern sehr selten. Dank der Einigkeit der bildenden Konzeption wurde das Kloster in Kladruby zum Höhepunkt Santinis Werkes. Die ganze Ausstattung des Kloster stammt aus der Zeit dieses Umbaus. Einige Teile des Interieurs entwarf Santini selbst, einige dann in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Und das Ergebnis? Das Interieur der Kirche macht den Eindruck absoluter Einigkeit.

In der Kirche wurde seit dem J. 1973 Folgendes erneut: Seitenfresken, Hauptsaltar, Seitenaltäre beim Hauptaltar, Iucundusaltar,  Wladislavs Gruft, Chorgestühl, Victorian- und Aurelianaltar, Marienaltar, Josephsaltar, Scholastika-Altar, Maria-Magdalena-Altar, Kanzel und alle 4 Altarbilder von C. D. Asam.

II. Der Kreuzgang

Im Kreuzgang, der in die Kirche führt, hängen 4 Renaissancebilder aus dem 16. Jh. Es handelt sich um Holzschnitzereien, die einige Augenblicke aus dem Leben Christi darstellen, und zwar: die Geburt, die Anbetung der Drei Heiligen Könige, die Beschneidung und die Aufopferung im Tempel. In der Nische bei der Kirchentür steht die Madonnenstatue auf einem Löwen. Diese Skulptur wurde im 19. Jh. gefunden.

III. Winterrefektorium

Dieser Saal wurde ursprünglich als Esszimmer benutzt, und zwar hauptsächlich im Winter, weil er damals noch geheizt wurde. Nach dem J. 1864, als im Kloster die Brauerei der Familie Windischgrätz entstand, diente dieser Saal als Maschinenraum.  In den 60. und 70. Jahren wurde der Saal restauriert, die Stuckarbeit der Decke wurde erneut und auf den Boden wurde bulgarischer Marmor gelegt. Die Möbel wurde aus anderen Objekten gebracht. Auf dem Tisch und auf den Schränken wurde das Zinngeschirr aus dem 18. und 19. Jh. installiert. An der Wand gegenüber der Tür ist „Das letzte Abendmahl“ dargestellt; das Gemälde hat 3 Teile: links sehen wir den Christus beim Tisch, in der Mitte ein weltliches Festmahl und rechts wieder Christus, wie er Füsse seinen Aposteln wäscht. In der zweiten Nische hängt das Porträt des letzten Kladrauer Abts – Amandus Streer, oben dann der Graf Franz Ferdinand von Kühlenberg. In der nächsten Nische sehen wir noch den Kardinal Václav Leopold Chlumèanský, der auch „Vater der Armen“ genannt wurde und oben ein Porträt des J. M. Gustav Manderscheid Blankheim. Interessant ist auch das grosse Porträt des Kardinals Schwarzenberg (Bruder der Fürstin Eleonora Windischgrätz). Der Kardinal verfolgt Sie nicht nur mit seinen Augen, sondern auch mit seinem Schuh – der Schuh dreht sich um, wenn Sie entlang gehen.

IV. Lapidarium

Jetzt traten wir ins Lapidarium ein, wo sich Plastiken aus dem Schlobpark in Valeè (bei Karlsbad) finden. Sie wurden in den dreibiger Jahren des 18. Jhs in der Werkstatt des böhmischen Barockbildhauers Matthäus Bernard Braun hergestellt. Für die Tochter des Grafen von Valeè lieb der Graf Špork die Skulptur erbauen, die am Ende des Gangs steht. Sie stellt die Himmelfahrt des Grafen Špork dar. Andere Statuen sind Alegorien menschlicher Eigenschaften und Figuren aus der griechischen und der römischen Mythologie. Sie können sich das Lapidarium frei ansehen.

V. Bibliothek der Fürstenfamilie Windischgrätz

Diese Bibliothek zusammen mit dem Familienarchiv zeigt die Altertümlichkeit des Geschlechts. Zwei Haupterbauer waren Graf Nikolaus von Windischgrätz und später Feldmarschall Fürst Alfred I. von Windischgrätz. Das heutige Empiraussehen bindet sich zum J. 1936. In diesem Jahr nahm sich der Herrschaft in Kladruby Ludwig Aladar aus dem ungarischen Geschlechtszweig. Der Fürst konzentrierte in diesem Raum Bücher aus den Schlössern in Štekeò, Wien, Svìtce und Tachau. Um die Bibliothek kümmerten sich Windischgrätzs immer - sie diente ihnen nicht nur zur Repräsentierung, sondern auch zum Studium. Aus dieser Bibliothek gewinnen wir viele Erkenntnisse über dieses alte, hoch gestellte Adelsgeschlecht, das sehr stark in die Geschichte unseres Staates eingriff.

In den Regalen gibt es ca. 30 000 Bücher, Landkarten, Kataloge und Pläne, darunter auch viele Werke, die die Familie selbst behandeln. Ansonsten umfasst die Bibliothek auch literarische Werke der Familienmitglieder - und zwar Handschriften sowie Buchdruck. Die Bücher sind auf deutsch, französisch, italienisch, englisch, lateinisch und tschechisch geschrieben. Es handelt sich um philosophische, mathematische, theologische, juristische und geographische Werke, um Enzyklopädien und auch um Belletristik vom Anfang des 20. Jhs. Alle Werke sind in einem Katalog aufgelistet, der dank Vermittlung der Bibliothek des Nationalmuseums in Prag heutzutage der Öffentlichkeit dienen kann.

Kloster Kladruby  -  349 61 Kladruby u Støíbra, Tschechische Republik  -  tel./fax.: +420 374 631 773  -  e-mail: kladruby@mybox.cz